Ab wann Lauflernschuhe? Worauf es bei den ersten Kinderschuhen ankommt

Ab wann braucht dein Kind Lauflernschuhe?
Viele Kinder machen ihre ersten freien Schritte im Alter von etwa 10 bis 18 Monaten. Wann dein Kind Lauflernschuhe braucht, lässt sich daraus aber nicht ableiten. Denn innerhalb dieser großen Altersspanne können Kinder ganz unterschiedlich weit in ihrer Entwicklung sein. Entscheidend ist deshalb, ob dein Kind bereits frei läuft und wo es unterwegs ist.
Wenn dein Kind die ersten Schritte macht
Zieht sich dein Kind gerade erst hoch, steht selbstständig oder läuft an Möbeln entlang, braucht es noch keine Lauflernschuhe. Auch bei den ersten freien Schritten drinnen sind feste Schuhe nicht notwendig. Dein Kind kann hier einfach barfuß laufen. Ist der Boden kalt oder glatt, können rutschfeste Socken eine gute Alternative sein.
Auch Krabbelschuhe können die Füße in dieser Phase warm halten und schützen. Sie sind besonders weich und können dein Kind beim Krabbeln und bei den ersten Schritten begleiten.

Wann Lauflernschuhe sinnvoll werden
Läuft dein Kind bereits frei und ist draußen unterwegs, kommt es vor allem auf den Schutzbedarf an. Bei Kälte und Nässe oder auf rauen Untergründen schützen Lauflernschuhe die Füße. Auch dort, wo Steinchen oder spitze Gegenstände liegen können, ist ein geeigneter Schuh sinnvoll.
„Mein Sohn hat im Sommer laufen gelernt. Er war meistens barfuß oder in Lederpuschen unterwegs und ist vor allem bei uns im Garten herumgelaufen. Die ersten richtigen Kinderschuhe haben wir dann gekauft, als es Herbst und draußen kälter und nasser wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte er schon relativ sicher frei laufen.“
Eltern-Erfahrungsbericht aus dem Ehrenkind-Team.
Auch für Alina, Produktentwicklerin bei Ehrenkind und Expertin für Kinderschuhe, ist die Entwicklung eines Kindes entscheidend:
Expertentipp von Alina:
„Zuerst ist wichtig, dass die Kinder freihändig laufen können, also ohne Unterstützung der Eltern. Dann kommt der Lauflernschuh zum Einsatz."
Woran erkennst du gute erste Kinderschuhe?
Gute Lauflernschuhe schützen die Füße draußen, ohne ihre Bewegungsfreiheit unnötig einzuschränken. Eine flexible Sohle, genügend Platz für die Zehen, Halt an der Ferse und weiche, leichte Materialien sind deshalb besonders wichtig.
Auf diese Punkte achten wir bei Ehrenkind auch bei der Entwicklung unserer Lauflernschuhe. Dabei wählen wir Sohle, Material und Verschluss so aus, dass die Schuhe leicht und beweglich bleiben, am Fuß Halt geben und zu den ersten Schritten draußen passen. Je nach Einsatz entstehen so verschiedene Modelle, die Kinder in unterschiedlichen Phasen des Laufenlernens und im Alltag draußen begleiten.

Eine flexible und flache Sohle
Die Sohle eines Lauflernschuhs sollte weich und beweglich sein, damit der Schuh die Bewegungen des Fußes beim Laufen gut mitmachen kann. Gleichzeitig braucht die Außensohle genügend Grip, damit dein Kind auf unterschiedlichen Untergründen draußen nicht so leicht wegrutscht.
Auch eine möglichst flache Sohle ist bei den ersten Kinderschuhen sinnvoll. Bei gesunden Kinderfüßen ist außerdem kein speziell ausgeformtes Fußbett notwendig. (Sozial Pädiatrisches Zentrum Westmünsterland: Gesunder Kinderfuß)
Mit einem einfachen Check kannst du testen, wie flexibel der Schuh ist:
Expertentipp von Alina:
„Das Wichtigste bei Kinderschuhen ist, dass sie leicht sind und eine flexible Sohle haben. Die Flexibilität kannst du ganz einfach testen: Nimm den Schuh vorne am Zehenbereich und hinten an der Ferse in die Hände und drehe beide Seiten wie beim Auswringen eines Handtuchs nach rechts und links gegeneinander. Dreht sich der Schuh dabei mit, ist er flexibel genug. Ist er dafür zu steif, eignet er sich nicht als Lauflernschuh."
Genügend Platz für die Zehen
Die Zehen brauchen im Lauflernschuh genügend Platz nach vorne und zu den Seiten. Die Zehenbox sollte deshalb nicht zu eng sein oder stark spitz zulaufen. So können sich die Zehen beim Laufen bewegen, ohne seitlich eingeengt zu werden. Achte deshalb beim Kauf sowohl auf die Länge als auch auf die Breite der Füße. Ein Schuh kann in der Länge passen und trotzdem zu schmal für den Fuß deines Kindes sein.

Guter Halt an der Ferse
Die Ferse sollte beim Gehen nicht aus dem Schuh rutschen. Gleichzeitig sollte die Hinterkappe nicht so starr sein, dass sie die Bewegungsfreiheit unnötig einschränkt.
Alina empfiehlt einen einfachen Check:
Expertentipp von Alina:
„Drück die Hinterkappe an der Ferse mit dem Daumen leicht ein und lass wieder los. Springt sie anschließend in ihre ursprüngliche Form zurück, ist das ein gutes Zeichen. Die Hinterkappe sollte nicht zu steif sein, der Ferse aber trotzdem genügend Halt geben."
Weiche, leichte und atmungsaktive Materialien
Auch das Obermaterial sollte weich und beweglich sein. Achte außerdem darauf, dass im Inneren keine harten Kanten oder störenden Nähte drücken. Der gesamte Schuh sollte möglichst leicht sein, damit dein Kind unbeschwert darin laufen kann.
Für die ersten Lauflernschuhe empfiehlt Alina gerne weiches, hochwertiges Leder, zum Beispiel Ziegen- oder Rindsleder. Es kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder nach außen abgeben und schmiegt sich gut an den Fuß an. Leder ist dabei aber nicht die einzige Möglichkeit: Auch weiche, atmungsaktive Textilien können sich eignen. Wer auf tierische Materialien verzichten möchte, findet beispielsweise vegane Modelle aus Baumwoll-Canvas. Für kühlere Tage sind zum Beispiel Lauflernschuhe aus Wollfilz eine gute Wahl, da das Material wärmt und gleichzeitig atmungsaktiv ist.

Die ersten Schuhe: Schnürung oder Klettverschluss?
Lauflernschuhe gibt es sowohl mit Schnürsenkeln als auch mit Klettverschluss. Egal, für welche Variante du dich entscheidest: Wichtig ist, dass sich der Schuh an den Fuß deines Kindes anpassen lässt, ohne zu drücken oder beim Laufen zu verrutschen.
Eine Schnürung lässt sich besonders fein einstellen und kann deshalb vor allem bei sehr schmalen oder breiten Füßen hilfreich sein. Ein Klettverschluss reguliert die Weite dagegen meist vor allem am Spann. Seine Vorteile zeigen sich besonders im Alltag, wie Alina erklärt:
Expertentipp von Alina:
„Klettverschlüsse sind im Alltag besonders praktisch, wenn es schnell gehen muss. Sie eignen sich auch gut, wenn Kinder anfangen, ihre Schuhe selbst an- und auszuziehen, zum Beispiel in der Kita."
Wie müssen Lauflernschuhe sitzen?
Lauflernschuhe sollten weder zu eng noch zu weit sitzen. Vor den Zehen muss genügend Platz bleiben, damit sie beim Laufen nicht vorne anstoßen oder eingeengt werden. Gleichzeitig sollte der Schuh zur Breite des Fußes passen: Er darf seitlich nicht drücken, aber auch nicht so weit sein, dass der Fuß darin hin und her rutscht. An der Ferse sollte der Schuh beim Gehen nicht herausrutschen.
Auch wenn Kinderfüße schnell wachsen, solltest du Lauflernschuhe nicht vorsorglich größer kaufen, damit dein Kind hineinwächst. Alina empfiehlt stattdessen, die Passform regelmäßig zu kontrollieren: „Kinder wachsen sehr, sehr schnell. Deswegen sollte man gerade am Anfang öfter die Füße vermessen oder prüfen, ob die Schuhgröße noch passt. Auf keinen Fall zu groß kaufen.“
Wie du Länge und Breite der Füße richtig misst und anschließend kontrollierst, ob genügend Platz im Schuh vorhanden ist, zeigen wir dir ausführlich in unserem Artikel „Kinderfüße richtig messen“.

Sind Barfußschuhe als Lauflernschuhe geeignet?
Ja, auch Barfußschuhe können als Lauflernschuhe geeignet sein. Viele typische Merkmale von Barfußschuhen passen zu den Anforderungen an erste Kinderschuhe: Sie sind häufig leicht, haben eine flexible Sohle und bieten den Zehen ausreichend Platz.
Entscheidend ist trotzdem die Passform des einzelnen Schuhs. Auch ein Barfußschuh muss in Länge und Breite zu den Füßen deines Kindes passen, darf nicht drücken oder beim Laufen verrutschen. Gleichzeitig sollte er deinem Kind an der Ferse genügend Halt geben, ohne die Bewegungsfreiheit des Fußes einzuschränken.
Wie lange trägt ein Kind Lauflernschuhe?
Wie lange dein Kind Lauflernschuhe trägt, hängt nicht von einem bestimmten Alter oder einer festen Anzahl an Monaten ab. Sind die ersten Kinderschuhe zu klein geworden, kommt es darauf an, wie sicher dein Kind inzwischen läuft. Befindet es sich noch mitten im Laufenlernen, kann auch das nächste Paar wieder ein Lauflernschuh in der passenden Größe sein.
Läuft dein Kind inzwischen sicher, rennt und klettert mehr oder ist regelmäßig draußen und in der Kita unterwegs, verändern sich die Anforderungen an die Schuhe. Flexibilität, Bewegungsfreiheit und eine passende Größe bleiben wichtig. Mit zunehmender Aktivität können aber mehr Grip und robustere Materialien wichtiger werden. Alina empfiehlt für diese Phase zum Beispiel stärker profilierte Sohlen und Verstärkungen an besonders beanspruchten Stellen wie Zehen und Ferse.
Welche Schuhe sich für die verschiedenen Entwicklungsphasen, den Kita-Alltag und unterschiedliche Jahreszeiten eignen, erfährst du in unserem Kinderschuhe-Guide.

Fazit: Lauflernschuhe passend zur Entwicklung auswählen
Wann dein Kind die ersten Lauflernschuhe braucht, hängt nicht von einem bestimmten Alter ab. Läuft es frei und braucht draußen Schutz für die Füße, sollten die ersten Schuhe schützen, ohne die Bewegungsfreiheit unnötig einzuschränken.
Auch beim nächsten Paar lohnt sich der Blick darauf, wie dein Kind inzwischen unterwegs ist. Braucht es noch besonders leichte und flexible Lauflernschuhe oder inzwischen Schuhe, die beim Rennen, Klettern und Spielen draußen mehr Belastung aushalten? Entscheidend ist nicht allein die nächste Schuhgröße, sondern auch die Entwicklung deines Kindes.